Das Jahr ist 2020 - die Menschheit steckt inmitten einer Pandemie. Es wird viel gesprochen und wenig gesagt. Was bleibt ist Zeit - Zeit darüber nachzudenken wie wir als Gesellschaft an einen Punkt gelangt sind in dem Profit und Rentabilität über Nachhaltigkeit und Innovation gestellt wird.

Wieviel ist zu viel?

In einigen Teilen der Welt kosten bereits einige Quadratmenter ein Vermögen während es in anderen Teilen der Welt bereits ein Luxusgut ist einen Wasserhahn zu besitzen der jederzeit sauberes Wasser zur verfügung stellt. Wieviel Lebensraum ist notwendig? Was macht Wohnqualität aus?

Zurzeit stehen mir etwa 60m2 Wohnfläche zur Verfügung. Dazu zählt ein Küchenbereich (12m2), offener Wohn-&Essbereich (24m2), Bad (7m2), Schlafzimmer (17m2). Ich verbrauche etwa 2000kWh elektrische Energie pro Jahr - zusätzlich zum Energiebedarf für Raumwärme und Warmwasser. Von letzterem benötige ich etwa 20-30l pro Tag - manchmal auch doppelt so viel. Wieviel Wasser ich insgesamt benötige, darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht.

Ich nutze diese Resourcen ohne zu wissen wie hoch die Kosten für mich und die Umwelt sind. Lediglich bei der Anschaffung der Küchengeräte während des Küchenumbaus habe ich darauf geachtet ob sich ein energieeffizienteres Gerät in der Anschaffung lohnt.

Nachhaltigkeit muss Sinn machen

Es gibt zu wenig Anreize dafür sich über Themen wie Nachhaltigkeit, Resourcen oder Verbrauch nachzudenken - das kenne ich aus erster Hand. Meine Reise begann in erster Linie damit, mich mit neuen Wohnformen auseinander zu setzen. Tinyhouses, 3D Druckprojekte der NASA für den Mars, Kapselhotels…you name it.

Schnell wurde mir klar, dass die bürokratischen Hürden zur Umsetzung solcher Konzepte (zumindest im DACH Raum) ziemlich hoch sind. Wohingegen Regulierungen für Vans/Camper oder Mobile-Homes so gut wie inexistent sind. Selbstverständlich gibt es auch hier gewisse Punkte aber diese sind Teils recht einfach zu Lösen oder können komplett ‘umgangen’ werden (Beispiel: Elektrische Energie statt Nutzung von Gas).

Durch das fast vollständige Fehlen von Richtlinien/Gesetzten was den die Effizienz der Fahrzeuge anbelangt, ist der Markt auch nicht dafür ausgelegt. Gefühlt lässt sich der Markt in drei Gruppen einteilen: Dauercamper, Point-to-Point Reisende, Weltenbummler

Keine dieser Gruppen hat mich angesprochen - ergo ist das Angebot für fertige Produkte auch recht dünn um nicht zu sagen inexistent. Mein Van muss folgende Punkte erfüllen:

  • Offgrid-tauglich: Mindestens 3 Tage ohne externe Resourcen. Dazu zählt Wasserversorgung, Elektrizität, Heizung, Nahrungsmittel/Kochen, Schlafen
  • Lösung ohne Gas: Darüber lässt sich streiten (Nachhaltigkeit, Verfügbarkeit der Flaschen etc.) für mich war aber klar ich habe schlicht keine Lust dazu Gasflaschen zu kaufen. Zudem ist die Abnahme ein weiterer Minuspunkt der mich von jedlichen Gaslösungen zur Energieversorgung abgehalten hat.
  • Dusche: Eine Dusche mit Warmwasser in der mir jeden Tag mindestens drei Minuten Duschzeit zur Verfügung steht.
  • Abwasser: Grauwasser ist okay da es viele Abgabestellen gibt. Notfalls liese sich Grauwasser auch aufbereiten und ableiten. Schwarzwasser ist jedoch keine Option da die Abgabe unterwegs besonders in Europa nicht ganz eifach ist.
  • Toilette: Eine fest eingebaute Toilette, keine Tanklösung, keine Chemietoilette
  • Kochmöglichkeit die vergleichbar ist mit regulären Küchen: Herd für Mindestens zwei Töpfe, Mikrowelle, Backofen, Kühlschrank, evtl. Geschirrspüler
  • Warmwasserboiler oder Durchlauferhitzer (Warmwasser ohne Wasser aufkochen zu müssen)
  • Isolation/Heizkonzept um min. 15° halten zu können

Optional:

  • Transportmöglichkeit für Bike
  • Fahrzeug-Gesamtgewicht <3.5t
  • Lüftungsanlage/HEPA Filtersystem
  • Wasseraufbereitung zur leichteren Trinkwasserversorgung
  • Arbeitsplatz
  • Stehhöhe >2m
  • Bett mit min. 2m Länge für 2 Pers